Die Geschichte des Kaffees
Ursprünglich wurde der Kaffee in der Region Kaffa in Abessinien, dem heutigen Äthiopien,
entdeckt. Die vielen Geschichten und Sagen, die sich um dieses Ereignis ranken, erinnern
an die Märchen von tausendundeiner Nacht - wissenschaftliche Belege gibt es keine.
Der glaubhaftesten Übermittlung zufolge war es aber ein Ziegenhirte, der heute als
Entdecker der Wirkung des Kaffees gelten kann. Er wunderte sich, dass seine Ziegen nie zur Ruhe kamen
und beobachtete sie dabei, wie sie an Sträuchern Kirschen fraßen: Kaffeekirschen.
Von da an dauerte es allerdings noch ungefähr hundert Jahre, bis man erkannte, dass sich aus den getrockneten, gerösteten und
gemahlenen Bohnen ein schmackhaftes Getränk gewinnen lässt.
Der Kaffee gelangte im Zuge der Stammeskriege zunächst nach Afrika, dann in die arabischen
Länder und nach Jemen. Der Handel mit Kaffeepflanzen war zwar streng
verboten, aber holländische Seefahrer schmuggelten sie dennoch aus dem Jemen in die indischen
Kolonien, und so verbreitete sich der Kaffee zunächst nach Asien,
anschließend nach Lateinamerika und schließlich über den gesamten Globus.
Heute ist der Kaffee weltweit
das zweitwichtigste Handelsgut, gleich nach dem Erdöl, und in
Deutschland und vielen anderen Ländern ist Kaffee das meist verzehrte
Getränk überhaupt - weit vor Wasser, Tee, Cola oder Bier.
Beschäftigt man sich mit der Kaffeehauskultur, so führt der erste Weg nach Italien: Dort befindet sich das älteste noch
betriebene Kaffeehaus der Welt, das Kaffee Florian auf dem Markusplatz in Venedig. Hier wird darauf geachtet, dass
so viel wie möglich bleibt, wie es einmal war, wodurch das Kaffeehaus einen Hauch von Mittelalter versprüht.
Bei schönem Wetter spielen Musiker vor dem Eingang. Der Kaffee wird aus einer Elektra oder aus einem Karlsbader
Kännchen ausgeschenkt und schmeckt hervorragend. Einziger Wehrmutstropfen ist der Preis - eine Tasse Kaffee kostest hier
bis zu 8 Euro.
Insgesamt ist Italien bekannt für seine Kaffeehauskultur, aber unübertroffen in diesem Bereich ist Österreich.
Wer Wien besucht, sollte sich einen Besuch im Kaffee Landmann ebenso wenig entgehen lassen wie das berühmte Kaffee des
Hauses Sacher - hier stehen die Uhren still und das Ambiente verzaubert. (Leider wird der Kaffee aus Vollautomaten
ausgeschenkt - was für ein Stilbruch!)
In Österreich gibt es noch viele solcher alteingerichteten Kaffeehäuser, die eine
wunderbare Kaffeehauskultur vermitteln. Diese Kaffeehauskultur ist aber keineswegs mit der Kaffeekultur zu verwechseln: Hier gibt es
durchaus Nachholbedarf, und erst seit einigen Jahren etablieren sich wieder kleine Kaffeeröstereien, die Wert auf Qualität durch
Langzeitröstungen und den Rohkaffeeeinkauf legen und auch wieder reine Kaffeesorten aus den einzelnen Anbauländern anbieten.
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